Liebe Leserinnen, liebe Leser
Gesellschaftliche Entwicklungen zeigen sich oft dort am deutlichsten, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen – zwischen Generationen, im Umgang mit unserem Lebensraum oder in der Frage, wie wir künftig zusammenleben wollen. Der Think Tank Thurgau greift solche Themen auf, ordnet sie ein und möchte Impulse für den Diskurs im Kanton geben.
Besonders eindrücklich zeigte sich dies kürzlich beim Jugendwettbewerb: Nach der Preisverleihung am 30. April durften wir im letzten Newsletter bereits die vier bestplatzierten Maturaarbeiten vorstellen. Nun möchten wir auch die weiteren ausgezeichneten Arbeiten würdigen. Sie zeugen von bemerkenswerter Neugier, analytischer Tiefe und einem feinen Gespür für gesellschaftlich relevante Fragestellungen. Es ist inspirierend zu sehen, wie differenziert sich junge Menschen mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Entdecken Sie die weiteren prämierten Arbeiten in den untenstehenden Beiträgen.

PreisträgerInnen des Think Tank Thurgau Jugendwettbewerbs
Der Blick auf die nächste Generation lenkt zugleich den Fokus auf unseren gemeinsamen Lebensraum. Die Thur durchzieht den Thurgau wie eine Lebensader und prägt Landschaft, Biodiversität und Erholungsräume gleichermassen. Sie steht sinnbildlich für das Zusammenspiel von Natur und Mensch – und gleichzeitig für die Herausforderung, Nutzung und Schutz in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Wer sich mit der Zukunft unseres Kantons beschäftigt, kommt an der Thur nicht vorbei. Am 6. Juni bietet sich die Gelegenheit, diese Perspektiven zu vertiefen: Mehr zum Thur-Event
Gerade solche Überlegungen führen zu einer grundlegenden Frage, die auch unsere Arbeit zunehmend prägt: Wie wollen wir künftig zusammenleben? In den vergangenen Jahren standen häufig Themen im Kontext von Innovation und Transformation im Fokus – verbunden mit der Erkenntnis, dass viele dieser Entwicklungen letztlich den Menschen und seine Rolle im Wandel betreffen. Vor diesem Hintergrund rücken wir ihn dieses Jahr bewusst ins Zentrum. Unser Kongress „Liebi, Sex und Öpfelbömm“ am 4. Juni 2026 im Casino Frauenfeld widmet sich den Beziehungen im 21. Jahrhundert und richtet sich an Fachpersonen aus Bildung, Sozialarbeit, Verwaltung, Politik und Forschung. Zur Einladung und weiteren Informationen
Ich hoffe, dass ich Ihr Interesse für das eine oder andere Thema geweckt habe! Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Ansehen der Videos und freue mich, wenn Sie sich über info@thinktankthurgau.ch mit uns austauschen.
Herzliche Grüsse
Regula K. Broger
Vizepräsidentin Stiftung Think Tank Thurgau
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Kondensstreifen auf das Klima und zeigt, dass ihr Beitrag zur Erderwärmung oft unterschätzt wird. Auf naturwissenschaftlicher Basis wird erklärt, wie Contrails entstehen und wirken. Darauf aufbauend werden Massnahmen wie angepasste Flugrouten diskutiert. Das Fazit betont, dass bereits kurzfristige Veränderungen im Flugverkehr einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
Sophia Bommeli: Was ist Autismus und wie zeigt er sich?
Die Arbeit erklärt Grundlagen des Autismus und zeigt dessen vielfältige Ausprägungen. Ein besonderer Fokus liegt auf Autismus bei Frauen, der sich oft anders zeigt als bei Männern und daher häufig unerkannt bleibt. Bestehende Diagnosekriterien greifen zu kurz, da sie stark männlich geprägt sind. Die Arbeit macht auf diese Forschungslücke aufmerksam und fördert ein differenzierteres Verständnis des Autismus-Spektrums.
Yara Lüdin: Autismus in der Schule – Integrative Massnahmen und ihr Einfluss auf den Schulerfolg
Die Arbeit analysiert, wie integrative Massnahmen den Schulerfolg von Kindern mit Autismus beeinflussen. Verschiedene Förderansätze werden untersucht und hinsichtlich ihrer Wirkung auf Lernen und soziale Integration bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass gezielte Unterstützung hilfreich ist, deren Erfolg jedoch stark von der Umsetzung abhängt. Entscheidend sind individuelle Förderung und entsprechend qualifizierte Lehrpersonen.
Katerina Schuhmacher: Auswirkungen des bilingualen Aufwachsens auf die kognitiven Fähigkeiten
Die Arbeit untersucht, wie sich bilinguales Aufwachsen auf kognitive Fähigkeiten auswirkt. Dabei werden sowohl Vorteile wie erhöhte Flexibilität als auch mögliche Herausforderungen betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Effekte stark vom individuellen Kontext abhängen. Insgesamt wird deutlich, dass Mehrsprachigkeit weder pauschal fördert noch benachteiligt, sondern differenziert betrachtet werden muss.



