Liebe Leserinnen und Leser
Wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, fallen mir vor allem viele interessante Begegnungen ein. Der Think Tank Thurgau hat erneut zeigen können, wie wichtig reflektierte Debattenräume und fundierte Analysen sind, ganz besonders in Zeiten tiefgreifender Veränderungen. Unser Wissenschaftskongress 2025 hat einmal mehr den Beweis angetreten, wie wichtig der Dialog zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft ist und wie sehr wir alle davon profitieren, wenn wir Herausforderungen nicht ausweichen, sondern miteinander durchdenken.
Ein gutes Beispiel für gelingende grenzüberschreitende Zusammenarbeit liefert in diesem Jahr auch wieder die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK). Es ist ein Zeichen dafür, wie dynamisch und partnerschaftlich sich die Region weiterentwickelt. Im vergangenen Jahr setzte die IBK mit konkreten Schritten wie der Einführung eines digitalen Ticketing-Systems im öffentlichen Verkehr und dem gemeinsamen Qualitätsprozess für den Bodenseeradweg konkrete Impulse für Mobilität und Kooperation in der Vierländerregion. In einer gemeinsamen Erklärung unterstrichen alle Beteiligten die Bedeutung einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Umwelt, Verkehr und Wissenschaft und zeigten, wie Regionen miteinander Zukunft gestalten können. Baden-Württemberg hat nach zwölf Monaten turnusgemäss den Vorsitz an die Schweiz übergeben. Näheres dazu finden Sie im ersten Artikel des heutigen Newsletters.
Auch bei uns im Thurgau bewegt die Digitalisierung viele Gemüter und Debatten: Wird Künstliche Intelligenz uns die Jobs wegnehmen? Diese Frage ist berechtigt, aber sie darf nicht alleine als Bedrohung verstanden werden. Vielmehr geht es darum zu erkennen, wie wir Digitalisierung verantwortungsvoll gestalten, welche neuen Arbeitsfelder und Kompetenzen entstehen und wie wir die Chancen dieser Technologien nutzen, ohne die Menschen aus dem Blick zu verlieren. Hier wollen wir als Think Tank auch in Zukunft Impulse geben, systematisch analysieren und Brücken zwischen Fakten, Erwartungen und politischer Gestaltung schlagen.
Mit Blick auf 2026 freue ich mich ganz besonders auf den Jugendwettbewerb. Junge Talente aus dem Thurgau forschen, schreiben und argumentieren über relevante Zukunftsthemen. Und jedes Jahr aufs Neue überraschen sie uns mit ihrer Schärfe, Originalität und ihrem Weitblick. Ebenfalls mit Vorfreude blicken wir auf den nächsten Wissenschaftskongress 2026, der sich mit dem Thema «Beziehungen im 21. Jahrhundert – Chancen. Möglichkeiten. Risiken. Bedingungen.» auseinandersetzen wird. Das ist ein Thema, das in einer digital vernetzten und zugleich fragmentierten Welt aktueller nicht sein könnte.
Zum Jahresende danke ich dem TTT-Team, aber auch Ihnen als Leserinnen und Lesern von Herzen für Ihr Interesse, Ihre Treue und Ihr Mitdenken. Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten, erholsame Tage im Kreis Ihrer Lieben und einen inspirierenden, positiven Start ins neue Jahr. Freuen wir uns gemeinsam auf ein 2026, in dem wir miteinander jene Fragen weiterdenken, die uns alle bewegen.
Herzliche Grüsse im Namen des gesamten Stiftungsrats und unserer Geschäftsführerin
Matthias Mölleney
Präsident des Think Tank Thurgau
IBK-Vorsitz: Das hat sich getan
Ein Jahr lang trug Baden-Württemberg den Vorsitz der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) und konnte in dieser Zeit wichtige Akzente setzen. Die Bilanz des Südwestens fällt positiv aus, bevor jetzt in Friedrichshafen der Staffelstab an die Schweiz übergeben wird.
Technologieprognosen aus dem Silicon Valley warnen vor KI-gesteuertem Jobverlust. Trotz Ängsten und Rufen nach Regulierung zeigen demografische Trends, dass wir auf diesen Wandel angewiesen sind. In weiten Teilen Europas droht ein massives demografisches Ungleichgewicht, verschärft durch Arbeitskräftemangel, Strukturwandel und Kapitalverzehr.
KI-Agenten revolutionieren den Handel, indem sie die Einkaufs- und Entscheidungsprozesse verändern. Experten raten Händlern, sich auf die neuen Technologien vorzubereiten, indem sie saubere Daten und gute Inhalte bereitstellen. Grosse Unternehmen wie Zalando und Otto nutzen bereits KI-Agenten und bereiten ihre Infrastrukturen darauf vor. Herausforderungen liegen im sicheren Bezahlen und in der Integration in bestehende Prozesse, wobei Vertrauen in KI essenziell ist. KI-Agenten bieten großes Potenzial, erfordern jedoch Offenheit und Anpassung.
Digitales Bürgerkonto in Deutschland: Das müsst ihr jetzt wissen
Die BundID wird in Deutschland als zentrales, digitales Bürgerkonto eingeführt, um die Verwaltung zu digitalisieren und Papierkram zu reduzieren. Nutzer können sich online verifizieren und Anträge bei Behörden stellen. Die Registrierung erfolgt über verschiedene Methoden, z.B. Online-Ausweis oder ELSTER-Zertifikat. Ab 2028 soll die Nutzung verpflichtend sein. Aktuell fehlen in einigen Bundesländern noch Funktionen, aber das Ziel ist eine umfassende digitale Verwaltung für alle Bürger.
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- boliviainteligente-1AgT_-D6SiU-unsplash: Foto von BoliviaInteligente auf Unsplash