Liebe Leserinnen und Leser

Frisch zurück aus der allgegenwärtigen Sommerhitze wünsche ich Ihnen einen tollen Start in die kühlere und nässere Jahreszeit. Ein ungewohntes Gefühl, heute einmal – anders – pflotschnass den Briefkasten zu leeren. So sehr ich den Sommer und die Wärme liebe, so sehr freu ich mich aber auch wieder auf Aktivitäten, die nicht nur schon beim Drandenken Schweissausbrüche auslösen.

Ich komme soeben zurück vom Fitnesscenter und ich trage damit einen Teil zum Trend bei, der diese Woche in der Studie „Sport Schweiz“ 2026 vom Bundesamt für Sport BASPO veröffentlicht wurde. Weg von der Mitgliedschaft in Vereinen mit gemeinsamen Aktivitäten hin zu individuell auf sich fokussierte sportliche Ertüchtigung in Fitnesscentern. Soweit so gut – Hauptsache man bewegt sich … aber was bedeutet dieser Trend auf die unzähligen mit Leidenschaft, grossem Engagement und auf freiwilliger und unentgeltlicher Basis geführten Sportvereine? Was bedeutet dieser Trend im Sportbereich auf unsere gesellschaftlichen Verbindungen und auf unsere Beziehungen? Im diesjährigen Wissenschaftskongress haben wir das Thema „Beziehungen im 21. Jahrhundert“ vielfältig beleuchtet. Im TTT-Forum am Dienstag, 3. November 2026 präsentieren und diskutieren wir die Erkenntnisse aus diesem spannenden Kongress. Reservieren Sie sich heute schon diesen Abend vom 3. November und beteiligen Sie sich am Austausch und in Gesprächen zu unseren Beziehungen in allen Lebenslagen und Lebensformen. Vielleicht auch zur Situation Fitnessclub vs. Sportverein. Ganz sicher aber zu allen anderen Lebens- und Beziehungsformen. Weitere Details zum Anlass folgen in Kürze.

Kaum je sind so viele Bilder vom Bodensee in allen Medien und mit nationaler Beachtung veröffentlicht worden. Die sichtbare Trockenheit und der (nicht ganz geruchsfreie) tiefe Wasserstand stimmen nachdenklich. Was wird sein, wenn das Wasser von ganz oben immer knapper wird? Was wird sein, wenn die Ressourcen weit oben in den Bergen schmelzen und verschwinden? Was wird sein, wenn die Erwärmung und die Hitze die Verdunstung zusätzlich fördert? Darüber nachzudenken ist dringlich, den Weckruf zu hören, sich um die Wasserreserven in den Alpen zu kümmern, wichtig. Ich bin sicher, das Thema der zunehmenden Wasserknappheit für Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt wird auch uns im Thurgau immer stärker betreffen und herausfordern, über Konsequenzen und Lösungen stärker nachzudenken. Mit weitem Blick vom Büro aus auf den grossen Bodensee wirkt alles immer noch prall gefüllt und so trügerisch endlos vorrätig; dem ist nicht so und damit die Notwendigkeit darüber nachzudenken unmittelbar gegeben. Apropos Blick auf den Bodensee – ein neuer Bodensee-Bildband „Grenzgewässer ohne eigentliche Grenzen“ – ist mir ins Auge gestochen. Die noch wunderbare Schönheit unseres Lebensraum in fantastischen Bildern eingefangen.

In wenigen Wochen stimmen wir über nationale oder regionale Initiativen und Botschaften ab. Wir wählen in einigen Orten auch Vertreterinnen und Vertreter in politische Ämter und wir äussern unsere Meinung zu Themen, die uns und unser Leben kurzfristig beeinflussen oder nachhaltig prägen. Wir brauchen dazu Gefässe, Mittel und Instrumente, die möglichst faktennah und wenig gefärbt Dinge darstellen und erklären, damit wir uns ein verlässliches und scharfes Bild machen können, in welche Richtung und für welche Personen wir uns einsetzen und unsere Stimme abgeben wollen. Der verlinkte Beitrag ist zwar schon einige Wochen alt, er zeigt aber meines Erachtens spannend auf, welche Rolle und Verantwortung die Medien haben, welche Sorgen die Menschen im Prozess der Meinungsbildung bewegt und er regt zum Denken an, wie wir künftig noch stärker unsere Medienkompetenz schulen oder im direkten Austausch und in der unmittelbaren echten Auseinandersetzung mit den Themen unsere Meinung bilden und unseren Standpunkt einnehmen können.

Viel Genuss bei der Lektüre, viel Spass beim Nachdenken. Und lassen Sie doch das wunderbares Gefühl zu, einfach mal wieder ohne Schirm in den Regen zu stehen.

Herzlich Ihr

Martin Engelhart

Stiftungsrat Think Tank Thurgau

  • Studie „Sport Schweiz“ 2026Gut ist, dass die Schweiz weiterhin sportlich und beweglich unterwegs ist. Aber was passiert mit Vereinen, wenn die Mitglieder ausbleiben? Wohin entwickelt sich der Wintersport, wenn die jüngere Bevölkerung nicht mehr Ski fährt?